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Uwe Benecke

Uwe Benecke wurde am 03.November 1951 in Wittenberge geboren. Aus Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen beschäftigen er und seine Ehefrau Monika sich seit 1976 mit dem Gedanken, die DDR zu verlassen.

Angeregt durch Romane von Jules Verne verfolgte er den Plan die Flucht mittels eines Heißluftballons auf dem Luftweg zu realisieren! Über den inoffiziellen Mitarbeiter „Axel Neubert”, einem Cousin Uwe Beneckes, erhielt das MfS jedoch von den Vorgängen Kenntnis. Uwe Benecke wurde zu einer Haftstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Der Cousin erhält für den Verrat eine Prämie von 700 Mark.

Lebenslauf
1959 - 1966

Schulbesuch in Wittenberge

1966 - 1970

Berufsausbildung mit Abitur als Betriebsschlosser im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Wittenberge

1970-1972

Studium an der TH Otto von Guericke in Magdeburg

1972

Exmatrikulierung aus politischen Gründen

1972 - 1974

Grundwehrdienst bei der Nationalen Volksarmee

1974 - 1990

Installateur für Gas und Wasser in Aufgabe auf Grund einer Bandscheibenoperation

1978

Heirat mit der Kindergärtnerin Monika Langner

1980

Geburt der Tochter

13.12.1981

Die MfS-Kreisdienststelle Perleberg leitet die Operative Personenkontrolle „Ballon”ein

05.02.1982

Umwandlung der Operativen Personenkontrolle in einen Operativen Vorgang

07.04.1982

Verhaftung beider Eheleute

08.04.1982

Fristlose Entlassung der Ehefrau als Kindergärtnerin

03.06.1982

Entlassung Monika Beneckes aus der Untersuchungshaftanstalt des Volkspolizeikreisamtes Wittenberge

13.06.1982

Verurteilung Uwe Beneckes durch die Strafkammer des Kreisgerichtes Schwerin- Stadt wegen „versuchten ungesetzlichen Grenzübertritts” gemäß § 213 StGB zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten, Strafverbüßung in Cottbus

16.02.1984

Haftentlassung in die Bundesrepublik. Niederlassung in Wedel / Schleswig-Holstein

09.03.1984

Entlassung Monika Beneckes aus der Staatsbürgerschaft der DDR; Übersiedlung zu ihrem Mann in die Bundesrepublik

18.05.1984

Aufhebung des Schweriner Urteils durch den Generalstaatsanwalt von Schleswig-Holstein

25.07.1984

Anerkennung Uwe Beneckes als politischer Häftling durch die Bunderepublik

12.03.1992

Rehabilitierung des Ehepaares durch das Bezirksgericht Schwerin

Aus einem Bericht der MfS-Kreisdienststelle Perleberg über Reaktionen der Wittenberger Bev lkerung auf die Verhaftungen von Uwe Benecke u.a., 20. April 1982: Im Stadtgebiet Wittenberge kam es in den letzten Tagen zu den unterschiedlichsten Auffassungen und Meinungen über die durchgeführten Inhaftierungen. Die Diskussionen treten im VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge, RAW [Reichsbahnausbesserungswerk] Wittenberge, den Kindereinrichtungen und in Kreisen selbständiger Handels- und Versorgungseinrichtungen auf. […] Im RAW Wittenberge kamen Meinungen zum Ausdruck, die zum Teil gegen das MfS gerichtet sind. Hierzu die Äußerungen - „Und wenn die ,Stasi’ noch soviel Verhaftungen vornimmt, die können uns nicht einschüchtern.” - „Auch mit Verhaftungen kann die ,Stasi’ die ,Leck mich am Arsch Bewegung’ nicht aufhalten.” - „Es ist doch überall solch eine Scheiße, und die ,Stasi’ versucht, das jetzt mit Verhaftungen zu unterdrücken.” - „Auch die ,Stasi’ kann den Zerfall unserer Wirtschaft nicht aufhalten, da sollten die mal lieber oben beginnen und nicht beim kleinen Arbeiter.”