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Aktuelle Meldung

20.01.2015, 19 Uhr
Dokumentationszentrum Schwerin

Szenische Lesung: "In der Einsamkeit der Zelle".
Haftbriefe des Bibelforschers Wilhelm Wohler und NS-Zeitdokumente.

Der Wismarer Stellmacher Wilhelm Wohler wurde als Mitglied der im Nationalsozialismus verbotenen Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas 1936 verhaftet und 1937 von einem Sondergericht im Wismarer Fürstenhof zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung der Haftstrafe kam er erneut in „Schutzhaft“. Ende 1938 wurde er ins KZ Sachsenhausen deportiert, wo er 1940 umkam. Mit einer szenischen Lesung aus überlieferten Briefen und NS-Dokumenten soll an sein Schicksal erinnert werden. Wohlers Briefe aus der Haft an seine Schwester lassen seine Hoffnungen, Überzeugungen und Enttäuschungen lebendig werden. Die Lesung wird musikalisch umrahmt von Roman Samsovici.

Die Zeugen Jehovas wurden im Nationalsozialismus verboten und verfolgt, weil sie sich aus ihrem Glauben heraus dem Totalitätsanspruch des NS-Regimes widersetzten und nicht gleichschalten ließen. Von den ca. 25.000 Zeugen Jehovas wurden im Nationalsozialismus mehr als 10.000 in „Schutzhaft“ genommen, verurteilt und inhaftiert. 1.200 von ihnen starben oder wurden ermordet, darunter 270 Zeugen Jehovas, die wegen Kriegsdienstverweigerung zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden.

2009 wurde am letzten Wohnort von Wilhelm Wohler in Wismar ein Stolperstein verlegt.

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Kontakt:
Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern
Dokumentationszentrum für die Opfer der Diktaturen in Deutschland
Obotritenring 106, 19053 Schwerin, Tel: 0385-74529911, Fax: 0385- 7778847
E-Mail: dokuzentrum-schwerin@lpb.mv-regierung.de 
Homepage: www.lpb-mv.de


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